Bodhnath (Boudha)

Nicht viel passiert: Vorbereitungen für den nächsten Trek getroffen, nix erlebt oder wieder vergessen, das einzig spannende war ein spontaner Ausflug nach Bodhnath, eine der Sehenswürdigkeiten im Kathmandu Tal. Man vermutet es schon, ein buddhistisches Heiligtum, eine gigantische Stupa, die früher auf der Kathmandu – Lhasa Handelsroute lag und von den Tibetern angesteuert wurde bevor die Yaks über die Hochgebirgspässe des Himalayas hinein ins tibetische Hochplateau getrieben wurden. Man muss das ne Zeit gewesen sein! =) Die erste Stupa wurde um 600 unserer Zeit errichtet, diese und die neu errichteten Stupas wurden aber immer wieder von meist muslimischen Eroberern zerstört. Heute ists ein buntes Gemisch aus Mönchen und – natürlich – Touris. Nach Chinas Invasion sind viele Tibeter hier her geflohen und so gibt es einen Haufen an Gompas in der Unmgebung.
Schon ein beeindruckendes Teil! Riesig, mit all den verschiedenen Ebenen die philosphische Aspekte des Buddhismus widerspiegeln und über allem wieder die große goldene Spitze mit Buddhas wachenden Augen und wehende Gebetsfahnen. Und rundherum ein Gewusel aus Gompas und Souvenirshops, schon n toller Anblick. Leider ist hat meine Kamera, die immer mehr den Geist aufgab, pünktlich zur Ankunft nach den ersten Bildern ihren Dienst quittiert und so war ich ein wenig missgelaunt,was schade war, dafür wars eigentlich viel zu toll. Eigentlich wollten wir danach weiter gen Pashupatinath, das Varanasi Nepals, aber meine Lust ohne Kamera Beeindruckendes zu sehen hielt sich in Grenzen. Soweit ists schon. Ganz schön bescheuert, Luica sollte Pashupatinath nicht mehr sehen und ich der ich mittlerweile da war könnte mich dafür ohrfeigen -.- Aber na Luicas Motivation kann nicht allzu groß gewesen sein^^.
Na lassen wir Luicas Bilder sprechen.

Ach meine grimmige Miene ist auf die starke Sonne nicht auf streikende Begleiter zurückzuführen

Kathmandu – wiedermal

Kolumbien & Indonesien

Hehe ich muss ärgern! Kaum bin ich in Berlin, geht’s mit Vater und Bruder für nen Monat nach Indonesien, wenn das nicht großartig ist! =)

Janko hat schon aufgestöhnt, als ich angekündigt habe, dass ich natürlich weiter bloggen werde, aus Angst dass ich dann nix anderes mache^^. Na zugegebenermaßen, wenn ich das hier von außen betrachten würde, würd ich wahrscheinlich denken da hat nen Verrückter Langeweile!^^ Aber keine Sorge, ich bin nicht nur am Schreiben, eher umgekehrt, es vergehen Wochen ohne Schreiben, drum hink ich immer Monate hinterher. Irgendwann zwing ich mich, und wenn ich einmal anfange, hab ich Späßgen und dann wird es zugegebenermaßen recht umfangreich^^. Das geht aber flott, viel langwieriger ists Fotos auszuwählen, drum werdens immer mehr pro Beitrag, hab kein Bock mehr eeewig zu selektieren und was wirklich ätzt, ist alles ins Inet zu kriegen.

Dann ists mir eine große Ehre an dieser Stelle auf Luicas Kolumbien Blog hinzuweisen ;) sie kann noch schreiben, auch wenn sie sich hier völlig geweigert hat ^^ Bei Luica braucht man jedenfalls keine Angst vor ellenlangen Texten und ständigen Rechtfertigungen bezüglich dieser Textmonster zu haben!^^

chévere

Luica was heißt chevere?

Pokhara – Was sonst noch geschah oder er muss noch Fotos unterbringen^^

Die World Peace Pagoda haben wir uns nicht nochmal vorgenommen. Berge haben wir, wie das so ist am letzten morgen aufm Weg zum Bus gesehen, beeindruckend! Ich vermisse die besten Apfelstrudel der Welt für 25 Cent und das 90 Cent teure Frühstücksset im ranzigsten „Restaurant“ Nepals.
Von Luicas Kreditkarte hat sich wer bedient..mussten wir sperren lassen, zum Glück haben wir noch eine, ätzend!
Luica hat sich nen Piercing am Ohr stechen lassen bei nem sehr lustigen Typ, weiß auch nicht schwer einzuschätzen, Punk-Rocker-Hippie^^. Besonders hat mir seine zerschlissene Punkweste mit dem Spruch, Don‘t waste water, drink your own piss! gefallen^^. Während Luica malträtiert wurde, hab ich mich mit nem kleinen israelischen Mädchen und ihrer deutschen Freundin unterhalten, erstmal schönes Bild die Kombination, aber was ich sagen wollte, hab das deutsche Mädel gefragt, wo sie denn wohnt..mhh naja, früher mal in Hamburg, aber eigentlich reisen wir nur noch.. Man die war vll sieben oder acht! Hier gibt’s relativ viele westliche Kinder, vor allem Hippiekinder natürlich..beneidenswert, in dem Alter so zu reisen!

Pokhara

Jetzt sind wir schon wieder viiiiiel zu lange hier, was nicht heißen soll, dass es nicht nett ist. Es ist sogar sehr nett und schön, zu nett und schön, man gammelt nur noch und wir haben den Anspruch zu Reisen und nicht Urlaub zu machen, was natürlich albern ist, man kann sichs ja mal zwei Wochen gut gehen lassen, aber ich finds schnell unbefriedigend, wenn man sich nur von Mahlzeit zu Mahlzeit hangeln kann, weil das Wetter verrückt spielt. Hab noch nie Regenzeit erlebt, aber so stell ichs mir vor. Mehrmals täglich fängt es tierisch an zu schütten, gewittert, es ist infernal! Drum ist alles was ein bisschen länger dauert schwer durchzuziehen. Heute haben wir es das erste mal gewagt uns ein Ziel vorzunehmen, da es ein wirklich schöner morgen war, die World Peace Pagoda, von japanischen Mönchen erbaut, thront auf den Hügeln auf der anderen Uferseite.

Also losmarschiert, quer durch Lakeside und weiter bis Damside zu ner Hängebrücke unter der hunderte Kinder planschend und vor Freude quietschend im Fluss gespielt haben, der sich hinterm Damm aus dem See speist, während die Mütter daneben die Wäsche gewaschen haben. Ein fantastisches Bild, eins der schönsten der Reise bisher! =) Auf der Brücke wurden wir von ein paar Kindern, Jungs so im Alter von 10 Jahren angequatscht, der übliche Small Talk, aber in erstaunlich gutem Englisch für so ein paar Knirpse, besser als meins will ich meinen! Also nicht das meins gut ist, im Gegenteil, aber für hier, na ihr versteht.^^ Wir also über die Brücke, den Weg hoch, da waren die Jungs wieder da, blabla wie heißt ihr, usw, haben sich dann nen wenig im Hintergrund gehalten und uns irgendwann nen Weg nach oben gewiesen. Wir also hoch vom Hauptweg ab. Da fingen sie dann an von wegen, ja wir zeigen euch nen guten Weg durch den Wald, und so weiter und so fort..da haben wir dann angefangen abzublocken und bei mir hats Klick gemacht, als mir bewusst geworden ist, dass da gar kein Weg ist, sie uns vom Weg in den Wald locken wollen und ein wenig zu gut Englisch sprechen und mir ist eingefallen, dass im Reiseführer steht es wäre schon öfters auf dem Weg zur Pagoda zu Überfällen gekommen, und man solle den Schutz einer großen Gruppe suchen. Wir sind dann weg von den Jungs wieder runter auf den eigentlichen Weg, haben überlegt und sind umgekehrt weil wir echt ein beschissenes Gefühl hatten. Ganz schön krass wegen so ein paar Knirpsen, aber so unsicher hab ich mich noch nie gefühlt, auch nie in Indien. Wer weiß, vielleicht warns auch nur ein paar Knirpse die tatsächlich nur in der Hoffnung auf ein paar Rupees Touristen nen anderen Weg zeigen, aber vor allem, dass sie ausgezeichnet Englisch konnten, und uns wie aus dem Bilderbuch eingelullt haben mit ihrer Tour. Erst ansprechen, nett und harmlos ein paar Fragen stellen, wie die Kinder, die einem auf dem Weg zur Schule ansprechen um ihre Englisch Fähigkeiten zu erproben, dann verschwinden, wie zufällig wieder auftauchen, etc. Kein Kind hier spricht so gut Englisch! Wenn dann irgendwelche Bonzenkinder und die verirren sich nicht in so ne Gegend und sind anders angezogen…na wir werden es hoffentlich nie erfahren. Blödes Gefühl, weiß nicht, ob ichs gerafft hätte, wenn ich nicht den Reiseführer im Hinterkopf gehabt hätte. Im Nachinein ists offensichtlich, dass sie irgendne Masche abgezogen haben..aber ja welche, angelabert wird man an jeder Ecke.

Luica ist der Schreck sprichwörtlich in die Glieder gefahren, sie hat sich ganz Elend gefühlt, so dass wir kurz davor waren zum Hotel zurückzulaufen uns dann aber doch dazu entschieden haben gen Old Pokhara abzudrehen. Die Pagoda muss warten, es gibt auch andere Wege hoch. Jap das war das, sind ewig marschiert haben uns die alten Häuser die in Old Pokhara noch stehen angeguckt, das muss wirklich ein tolles Bild gewesen sein noch vor fünfzig Jahren! Ein nicht soo sensationellen Tempel und wurden dann, kaum den Rückweg eingeschlagen, vom Regen überrascht, der hier innerhalb von Minuten reinzieht. Haben uns erst unter ein Vordach und dann in ein Taxi geflüchtet, das die Gunst der Situation ausnutzend vor uns hielt und uns so den Rückweg von bestimmt anderthalb Stunden im Regen erspart. Und nun sitz ich hier, der Regen hat überraschend schnell wieder aufgehört und schreib endlich mal wieder.

Gestern hatten wir ein ähnliches Spiel, erstaunlich gutes Wetter also haben wir uns ein Ruderboot gemietet und sind auf den See raus. He ja zu Pokhara: Oder zu Nepal insgesamt, dadurch, dass das Nepalesische Königreich sich ziemlich isoliert hat, sind erst in den 50ern, als diese Politik beendet wurde, wirklich Westler ins Land gekommen. Richtige Entdecker, so war der Weg von Kathmandu nach Pokhara ein 10-tägiger Trek, bei dem nicht selten Leute in den Fluten umgekommen sind. Jedenfalls die ersten, die dann in größerer Zahl gekommen sind, waren -abgesehen von Bergsteigern- wie so oft Hippies. Und Pokhara ist wohl der Endpunkt des Südasiatischen Trails, wobei ich mich frage was mit Ladakh und Kashmir ist, aber da sind se vielleicht über Kabul hin (?). Pokhara jedenfalls war einmal ein idyllisches Städtchen an einem großen See, in dessen Wasser sich die achttausend Meter hohen Berge der Annapurna spiegeln, mit endlos viel Weed. Heute ists ein sehr tourisische Stadt, Gateway zum wahrscheinlich berühmtesten Trek der Welt (Annapurna), mit immer noch endlos viel Gras und schrecklich vielen Touris in der Hochsaison im Oktober. Denk ich mir jedenfalls, wenn ich mir angucke wie viele Hotels, Jazzbars, Restaurants, Supermärkte, etc. es hier gibt. Jetzt ists ok, wir sind eh im Backpacker Bereich Northside ^^. Dasses jetzt nicht so voll ist hat nen einfachen Grund: die Sicht ist im Oktober deutlich besser nach dem Monsun und so hab ich noch nicht ein einziges mal nen Berg gesehen, wiedermal!^^

Northside ist lustig, hier gibt’s noch hängengebliebene Hippies, am Ufer stehen ein paar Wohnwägen, auch einer aus Deutschland^^, beim Frühstück ist mancher schon so stoned, dass er kaum noch ausm Stuhl kommt, und das Hippiemädchen einen Tisch weiter spielt Scarborough Fair auf ihrer Flöte. Der See selber wäre wirklich toll, aber wir wären nicht in Nepal, wenns nicht völlig versifft wäre. Nepal ist faszinierend, ein doch eher kleines Land, und dabei so vielfältig, mit den höchsten Bergen der Welt und hier ists wie in Südindien, das einzige das wie gesagt noch fehlt ist das Meer und mit diesem See hätten sie fast einen würdigen Ersatz..wobei ich mir auch nicht vorstellen möchte wie touristisch es hier wäre, wenn die Seeufer keine halb öffentliche Deponie sondern eine hübsche Strandpromenade mit Liegestühlen im Sand bilden würden. Zurück zu unserer Bootstour, kaum waren wir ne halbe Stunde raus, da hats schon wieder aus dem Nichts angefangen bedrohlich zu donnern. Wir habens mit den Einheimischen gehalten und das ignoriert uns aber in Ufernähe aufgehalten, ein paar Eingeborene beim wahrscheinlich Caipiranha jagen beobachtet (Moussaka ist eine heimische Pilzart hat uns ein Kellner erklärt^^) und sind durch die Gegend gepaddelt bis wirs ausgereizt hatten und im halben Platzregen im Boot saßen, Starkregen aufm Wasser sieht einfach toll aus! Da in Ufernähe waren wir schnell an Land, lustigerweise ignorieren die Einheimischen aufm Wasser Gewitter ziemlich und holen nur den Regenschirm raus um den Blitzen den Weg zu weisen.

Jetzt sitzen wir wiedermal in dem Restaurant, das sich als unser Lieblingsrestaurant herauskristallisiert hat und passenderweise My Favourite Restaurant heißt und warten auf Essen. Manchmal komm ich mir schon blöd vor, da kommen wir, zwei dahergelaufene Westler mit wenig Geld nach Nepal und leben teils wie Krösus. Ihr solltet uns mal sehen, wirklich schickes Restaurant, sitzen auf der blumenverzierten Veranda zum See hinaus im Sonnenuntergang auf bepolsterten Bambusstühlen, vor mir ne dicke Spiegelreflex und nen Netbook und Luica schlürft ihren Nepali Tea und schaut sich die Fotoausbeute des Tages auf ihrer Kamera an, während uns ein Kellner, der wahrscheinlich doppelt so alt ist wie wir versichert, dass das Essen fast aufm Weg ist, obwohl wir es grad erst bestellt haben…krank und irgendwie falsch, nicht nur irgendwie!

Und damit verabschiedet sich das Gespann mit dem für Nepalis identischen Namen. Namaste!

P.S. Nun ists neun Uhr, wir haben uns grad, nachdem es sich wiedereinmal eingeregnet hatte und wir stundenlang im Restaurant festsaßen, im Stockdunkeln (Stromausfall) durch die gefluteten Straßen gekämpft – ein Boot wäre inzwischen das bevorzugte Transportmittel. Na gibt auch schlimmeres als bei gutem Essen, und nach und nach ebenso gutem Nachtisch und dem ein oder anderen Tee zu warten, das gemütliche Prasseln des Starkregens auf dem Dach, während ich die gute Inetverbindung von denen ausnutzend Podcasts gesaugt hab, wie gesagt ein uns unangemessener Lebenswandel.